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Denkmal aktiv anbei die Einführungsrede vor den jeweiligen Führungen um 11:00 und 14:00h
Für eine grössere Darstellung klicken Sie auf das Bild Denkmal aktiv Denkmale spielen eine wichtige Rolle in der Erfahrungswelt jeden Menschen. Sie prägen unsere tägliche Umgebung – oftmals auf so selbstverständliche Weise, dass wir uns darüber erst bewusst werden, wenn plötzlich etwas verändert oder sogar entfernt wird.
Nicht nur als Kunstschätze, sondern auch als Zeugnisse früheren Lebens, Arbeitens und Handelns sind historische Bauten und Stätten für das Verständnis der heutigen Zeit von großem Wert. Denn: Wer die Vergangenheit versteht, der kann die Zukunft besser gestalten. Die Begegnung mit einem Denkmal vor Ort, aber auch im In- und Ausland kann gerade jungen Menschen helfen, ihre Lebenswirklichkeit zu verstehen und ihnen eigene Gestaltungsspielräume öffnen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hilft, Kulturdenkmale vor dem Verfall zu bewahren. Als bundesweit wirkende Einrichtung betreibt sie darüber hinaus intensive Öffentlichkeitsarbeit, um möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit des Erhalts wertvoller Bausubstanz zu überzeugen. Wie auch bei der Orangerie, so muss man sich um den Pflegezustand vieler Baudenkmale Sorgen machen. Über viele Jahrzehnte hat die industrielle Gesellschaft große Teile ihrer Umwelt vernachlässigt. Emissionen aus Kraftwerken und Industrieanlagen, Schadstoffeinträge der chemieorientierten Landwirtschaft sowie starker Autoverkehr riefen nicht nur Waldschäden hervor, sondern beeinträchtigen auch in erheblichem Maße die wertvollen Zeugnisse unserer Vergangenheit. Steinerne Figuren an unseren Kirchen ohne Gesichter, verwilderte Parkanlagen ohne erkennbare Strukturen sind den meisten von uns bekannt. Es handelt sich, wie auch bei der Orangerie, um Kulturgüter, deren Aussagekraft auf immer verloren zu gehen droht oder zumindest nur noch stark eingeschränkt bewahrt werden kann. Auch sie sind Teil unserer vom Menschen geprägten Umwelt. Ihre Rettung ist somit auch Ziel eines engagierten Umweltschutz. Wenn wir Bauwerke, Parkanlagen als Denkmale erkennen und unter Schutz stellen, wenn wir für ein Denkmal sorgen, es bewahren und pflegen, so bedeutet dies stets, die eigene kulturelle und historische Identität bewusst zu machen und weiter zu entwickeln. Die Beschäftigung mit historischen Zeugnissen wirkt indentitätsstiftend für die Bewohner einer Stadt, denn Denkmale lassen die eigenen Wurzeln erkennbar werden. Wer die Vergangenheit erkennt und versteht, kann die Zukunft besser Gestalten. Denkmale spiegeln den Prozess der Verständigung einer Gesellschaft über ihre Geschichte. Die Begegnung mit Denkmalen vor Ort, kann helfen, die eigene Lebenswirklichkeit zu verstehen. Mit offenen Augen die Welt wahrnehmen, ist ein wichtiges Anliegen von Denkmalschutz und Denkmalspflege. Kulturtourismus ist in der Tourismusbranche der wichtige Trend der Zukunft. Heute haben immer mehr Menschen die Möglichkeit, diese Orte zu besuchen. Sie möchten fremde Kulturen und einmalige Naturlandschaften kennen lernen. Denkmale geben Einblicke in das Leben und Denken der Menschen einst und heute. Sie legen Zeugnis ab vom Alltag, Arbeiten und Handeln in früheren Zeiten. Gleichzeitig berichtet der Umgang mit Denkmalen, ihre Unterschutzstellung, Erhaltung, Pflege und Nutzung etwas über die Wertschätzung einer Gesellschaft für ihre Vergangenheit und ihr Kulturerbe. Machen wir also die Rettung unserer Orangerie zur ersten Bürgerpflicht! Im Förderverein Orangerie Herten e.V. sammeln sich Bürger, die den Wert unserer Orangerie als identitätsstiftenden Ort erkannt haben. So wie das Schloss bereits untrennbar mit Herten verbunden ist, so sind Schloss und Orangerie eine architektonische Einheit, die es wieder herzustellen gilt. Bürger, die ihre Baudenkmäler verfallen lassen, geben etwas preis – denn der Zustand der Gebäude in einer Stadt spiegelt den Zustand ihrer Bürger. (Das sollte bedacht werden!) Eine historisch gewachsene, baulich gesunde Architektur kann unser Heimatgefühl stabilisieren, unsere mentale Bodenständigkeit und kulturelle Zugehörigkeit stärken, ja verwurzeln. Es liegt viel daran, wie wir unsere Umgebung gestalten und erhalten. Helfen Sie uns bitte mit, das Denkmal aus großer Not zu befreien. Werden Sie Mitglied im Förderverein Orangerie Herten! Jede Stimme gibt uns mehr Kraft – mehr Gewicht. Jede Spende bringt uns voran. Eine große Bürgerbeteiligung unterstreicht unser Anliegen weit über Herten hinaus. Wir wollen die Ruine wieder aufbauen, dem alten Gemäuer vital neue Funktionen und damit neues Leben geben. Jede Initialzündung findet bei uns Gehör, ein Wettbewerb guter Ideen ist gefragt. Zur Orangerie · Graf Franz von Nesselrode-Reichenstein ließ im Jahr 1725 die Orangerie errichten. · In den Räumen der Orangerie wurden nicht winterharte Gewächse über den Winter aufbewahrt; u.a. Agaven, Orangenbäume, die vor Frost geschützt werden mussten. Um 1815 war hier eine der bedeutendsten Kameliensammlungen Europas zu bewundern. · Angepasst an die Bauweise des Schlosses geben die roten Ziegelwände und die hell beige leuchtenden Fenster-Einfassungen aus Baumberger Sandstein dem Gebäude ein freundliches Aussehen. · Die vom Boden bis zur Decke in ca. 5 m Höhe reichende Fensterfront war exakt nach Süden ausgerichtet, um in den kälteren Wintermonaten möglichst viel Sonnenlicht und Wärme zu erhalten. · Diese schmalen, hohen Fenster konnten im Sommer geöffnet werden, und dann boten die Räume für Festlichkeiten und Bälle einen idealen Rahmen. · Verziert war die Orangerie durch eine Dachballustrade aus Baumberger Sandstein, auf der in wenigen Metern Abstand 12 Steinstatuen ( etwa. lebensgroß ) standen, die Figuren aus der griechischen Mythologie darstellten. · So bot sich auf der Nordseite des Schlosses ein herrlicher Ausblick auf die von prächtigen Bäumen und besonders schönen Sträuchern eingerahmte große Wiesenfläche (heute: Narzissenwiese) mit dem Abschluss durch die Zierfassade der Orangerie und dem dahinter ansteigenden Paschenberg. Schlosspark Mit Aufstieg in den Grafenstand um1702 ließ Franz von Nesselrode einen ca.15 ha großen Barockgarten nach französischem Vorbild anlegen. Streng symmetrische Parterre, von Bosketten umrahmt, wurden mit Figuren ausgeschmückt. Zusätzlich entstanden um 1725 eine prächtige Orangerie und ein Gartenhäuschen, das so genannte Tabakhaus. 100 Jahre später musste dieser Park nach dem Abzug der napoleonischen Truppen neu angelegt werden. Der damit beauftragte, renommierte, Düsseldorfer Hofgärtner Maximilian Friedrich Weyhe plante die Umgestaltung nach dem Vorbild Englischer Landschaftsgärten jedoch unter weitgehender Einbeziehung der vorhandenen Strukturen des Barockgartens. Baumgruppen, Lichtungen, Alleen unterschiedlicher Baumarten und Plätze neben blühenden Wiesen und Teichen sollten den Charakter des auf 30 ha erweiterten Schlossparks bestimmen. Exotische Bäume und Sträucher im Laufe des 19. Jahrhunderts von den Grafen Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein aus aller Herren Länder erworben, wurden zu den besonderen Kostbarkeiten des Parks. Noch heute sind aus dieser Epoche über 130 nicht heimische Gehölze zu bewundern. Glanzpunkte sind die Pracht der Wildnarzissen-Wiese im Frühjahr gefolgt von der Blüte der Japan-Magnolie, des Schneeglöckchenbaums, des Taschentuchbaums und spät im Jahresablauf des Trompetenbaums. Mit ca. 130 Jahren ist die Sternmagnolie vor dem Schloss eine der ältesten ihrer Art in Westfalen. Zwei mächtige Schwarzpappe sind mit einem Stammumfang von fast 6m die größten Bäume im Park. Nach Süden geht der Schlosspark fließend in den Schlosswald (200ha)über. Durch den Wegzug der Familie von Nesselrode 1921 wurden Schloss, Orangerie und Park sich selbst überlassen, verfielen und verwilderten. Nach langem, juristischem Tauziehen um die Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit kam es 1972 zu der Entscheidung, dass der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Liegenschaft als ganzes erwirbt mit der Verpflichtung, die historischen Gebäude vor dem Verfall zu retten und zu restaurieren. Der Öffnung des Parks in 1974 folgte 1981 die offizielle Übergabe des wiederhergestellten Festsaals und des Barocksaals durch den NRW-Ministerpräsidenten Johannes Rau. Orangerie Graf Bertram Karl von Nesselrode-Reichenstein ließ 1725 nach französischem Vorbild gegenüber der Nordseite des Schlosses eine Orangerie errichten. Mit den Maßen von 35 m Länge, 10,5 m Breite und 8,5 m Höhe sollte sie nicht nur eine der größten Orangerien in der Region werden, sondern verziert durch eine Dachballustrade aus Baumberger Sandstein mit 12 fast lebensgroßen Figuren aus der griechischen Mythologie auch eine der prächtigsten. Die Figuren waren schon vorher von dem berühmten Münsteraner Bildhauer Johann Mauritz Gröninger – ursprünglich für die Aufstellung im Barockgarten - angefertigt worden Darstellungen des flämischen Hofmalers Renier Roidkin haben das Gegenüber von Schloss und Orangerie in zahlreichen Stichen der Nachwelt bekannt gemacht. Nach 1815 war hier eine der bedeutendsten Kamelien-Sammlungen Europas zur Überwinterung eingestellt. Ab 1921 mit Wegzug der Grafen Nesselrode wurde die Orangerie nicht mehr genutzt und verfiel. Die letzten Fotos der gesamten Frontfassade stammen von 1953. Diese Orangerie gehört zum historischen Ensemble des Schlosses Herten und ist somit unverzichtbarer Bestandteil von Schloss und Park. Der Wiederaufbau der historischen Fassade der Orangerie wird deshalb eingefordert. Im Zuge der Schlosserneuerung wurden 1974 Keineswegs ausreichende Restaurierungsarbeiten an der Frontfassade der Orangerie vorgenommen und bald darauf eingestellt. Dendrologische Besonderheiten Aus der diplomatischen Tätigkeit der Familie Nesselrode wurden immer wieder dendrologisch wertvolle und zum Teil exotische Gehölze in den Schlosspark gepflanzt. Ein Beispiel ist der über 125 Jahre alte Taschentuchbaum Dieser wurde erst 1869 in den Gebirgen Westchinas entdeckt. Somit zählt er zu den ältesten seiner Art in Europa. Zu weiteren Exoten gehören außerdem ein Trompetenbaum, ein Judasblattbaum, ein Maiglöckchenbaum sowie die japanische Maiskolbenmagnolie Die Narzissenwiese bietet Anfang April ein außergewöhnliches Bild. Dann blühen rund 500.000 gelbe Narzissen.
Beispiele für die exotischen Bäume: · Schnurbaum · Blaue Atlas-Zeder · Blasenbaum · Honoki-Magnolie · Stern-Magnolie · Geweihbaum · Trompetenbaum · Tulpenbaum · Taschentuchbaum · Supfzypresse · Kuchenbaum · Bienenbaum Geschichte Der Truchsessische Krieg war ein von 1583 bis 1588 primär zwischen kurkölnischen und bayerischen Truppen ausgetragener Konflikt. Er wird auch als Kölner Krieg, Kölnischer Krieg oder als Truchsesssche Wirren bezeichnet. Der Krieg vereitelte den Versuch, das Erzbistum Köln in ein erbliches, protestantisches Herzogtum zu verwandeln. Anlass des Krieges war der Konfessionswechsel des Kölner Erzbischofes und Kurfürsten Gebhard Truchsess von Waldburg, der Kurköln in ein weltliches Fürstentum verwandeln wollte. Er proklamierte die Gleichberechtigung der Konfessionen, stellte den Domherren das Bekenntnis frei und wurde daraufhin der Verletzung des Geistlichen Vorbehalts (einer Regelung des Augsburger Religionsfriedens) bezichtigt. Nach seiner Heirat mit der evangelischen Gräfin Agnes von Mansfeld wurde Gebhard am 2. Februar 1583 als Erzbischof abgesetzt und am 1. April 1583 von Papst Gregor XIII. exkommuniziert. Im Rheinland kam es in der Folgezeit zu heftigen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Gebhards und den mit ihm verbündeten kurpfälzischen Truppen auf der einen sowie bayerischen und spanischen Truppen auf der anderen Seite, die formell vom Kölner Domkapitel zu Hilfe gerufen worden waren, nachdem dieses am 23. Mai 1583 Ernst von Bayern zum Erzbischof von Köln und Nachfolger Gebhards gewählt hatte. Zerstörung der Godesburg während des Truchsessischen Krieges Im Rahmen der Kampfhandlungen wurden eine ganze Reihe von Städten belagert und geplündert, so Deutz, das vollständig zerstört wurde, Rheinberg und Linz im Jahr 1583. Nach der Eroberung der Godesburg in Bad Godesberg am 7. Dezemberjul./ 17. Dezember 1583greg. durch bayerisch-spanische Truppen floh Gebhard zunächst in das kurkölnische Westfalen, wo er im kurfürstlichen Schloss zu Werl residierte und in der dortigen Pfarrkirche in einem Bildersturm die Altäre und Kunstschätze zerstörte und plünderte. Hermann von Hatzfeld, Droste zu Balve, war zu dieser Zeit ein erbitterter Gegenspieler von Erzbischof Gebhard. 1585 eroberte der auf der Seite Gebhards kämpfende Graf Adolf von Neuenahr die Stadt Neuss und zerstörte eine Reihe kleinerer Burgen und befestigter Höfe im Neusser Umland. Zu nennen sind hier die Burg der Herren von Wevelinghoven (im heutigen „Zubend“,1587 zerstört), die Burg Hülchrath, (durch spanische Truppen 1583 erobert) und die Burg Bedburg (1585 erobert). Die beiden letzteren waren die größten Befestigungsanlagen, die während der Kampfhandlungen teilweise zerstört wurden. Nach Niederlagen in Westfalen und dem Verlust von Recklinghausen, ebenfalls 1585, musste Gebhard jedoch in die Niederlande fliehen. Durch Verbündete wie den Grafen Adolf von Neuenahr, der 1586 das kurkölnische Kloster Kamp zerstörte, sowie insbesondere mit Hilfe niederländischer Truppen, die unter anderem am 23. Dezember 1587 Bonn eroberten, setzte Gebhard den Krieg fort, musste 1588 den Kampf jedoch endgültig aufgeben, nachdem die Niederlande ihre Unterstützung seiner Sache beendet hatten. Der Sieg der katholischen Partei verhinderte einen eventuellen Zusammenbruch des Katholizismus im Nordwesten des Reiches. Besonders die Bistümer Münster, Paderborn, Osnabrück und Minden, welche alle inmitten von protestantischen Territorien lagen, wurden gestärkt. Weiterhin wurde die habsburgisch-wittelsbachische Position im Reich erheblich aufgewertet, da der neue Erzbischof Ernst von Bayern ein Sohn Herzog Albrechts V. und Bruder Wilhelms des Frommen war. Der Krieg stellte einen bedeutsamen Schritt zur Lösung konfessioneller Streitigkeiten durch Waffengewalt dar. Ähnliche Konflikte waren vorher seit dem Augsburger Religionsfrieden weitgehend friedlich gelöst worden. Außerdem setzte mit der Einbeziehung von spanischen, niederländisch-spanischen und niederländischen Truppen eine Internationalisierung des deutschen Konfessionenproblems ein, welche dann im Dreißigjährigen Krieg ihren Höhepunkt fand. |